neuanfang

Heute ist er da, der Neuanfang.


Heute bin ich einen Gedanken weiter, einen Meilenstein weiter, den ich hoffte, nie zu erreichen.


Es war einfacher, als ich dachte. Ich blicke nach vorne, halte inne und drehe mich noch einmal um. Erleichert? Irgendwie nicht. Ich frage mich, ob es so richtig ist, ob ich etwas fühlen müsste, mehr fühlen müsste, aber es schweigt. Mein Herz. So schwer war es für so lange Zeit und jetzt möchte es sich noch nicht einmal leichter fühlen.


"Alles ist gut", sage ich mir immer wieder und es ist gut, nein es wird gut. Das weiß ich. Und trotzdem ist da diese Schwermut in mir, die mich das momentan nicht so fühlen lassen möchte. Diese Leichtigkeit, mit der alles so einfach war, in den vergangenen Wochen, sie ist weg und versteckt sich gerade. "Das war dir doch klar, dass danach nicht alles gut sein wird, oder?", sagt mir die Stimme im Kopf und sie hat Recht. Hallo Realität. Ich bin hier und du hast mich wieder.


Einatmen. Ausatmen. Das funktioniert. Die Vergangenheit auf sich beruhen lassen? Nein. Das klappt gerade im Moment so gar nicht. Die Begegnung war anders als ich dachte. Wenn du den Menschen, den du geliebt hast für den du immer noch Gefühle hast, nach 4 Monaten zum ersten Mal wiedersiehst und weißt, dass dies wohl das letzte Mal sein wird, dass ihr euch bewusst begegnet, hoffst du auf irgendein Gefühl. Sehnsucht, Traurigkeit, Verachtung, Liebe, einfach irgendwas. Und du stehst ihr gegenüber und fühlst ... gar nichts. Du weißt, in 10 Minuten werden eure gemeinsamen Jahre auf dem Papier ausradiert sein und das war es dann. "Wieso ist da nichts?", rauschte mir durch den Kopf noch bevor ich sie zum Abschied ein letztes Mal in den Arm nahm. Wieso kann ich nicht einfach nur sauer sein und sie auf ewig verfluchen? Wieso? Weil ich ich bin. Selbst, wenn ich verletzt worden bin, selbst wenn ich seit heute offiziell geschieden bin. Ich habe diesen Menschen geliebt und werde wahrscheinlich immer eine gewisse Art von Gefühlen für sie hegen. Ich habe mir vorstellen können, mit ihr alt zu werden. Ich glaube, dann funktioniert das mit dem verfluchen irgendwie nicht.


Einatmen. Ausatmen. Und ich blicke nach vorne. Ab morgen. Heute darf ich noch ein wenig zurückschauen. Ein letztes Mal.


Au revoir.


V.


Und im Hintergrund läuft: Within Temptation "Fire and Ice"

Kommentare 2

  • Hallo Carolin,


    nein, kein wirklich schöner Neuanfang, aber es ist immer das, was man daraus macht.


    Für mich ist der Neuanfang sicherlich leichter, als für meine Ex-Frau. Ich bin ziemlich weit, was die Verarbeitung angeht und werde sehr schnell schon wieder unbeschwert in den Tag gehen können. Ich habe tolle Freunde und Menschen um mich, die mir Kraft, Halt und jede Menge Spass geben können. Etwas, was bei der Verarbeitung ungemein hilft und das nach vorne Schauen ein klein wenig leichter macht.


    Ich schaue nach vorne, freue mich auf die vielen Dinge, die geplant sind, Menschen, die ich kennenlernen werde und bereits kennengelernt und mein Leben bereichert haben und versuche meine Art zu wahren und einfach so zu sein, wie ich bin. Und dann ist es auf einmal gar nicht mehr so schwer.


    Alles ist gut. Danke für deine lieben Worte.


    Cheers.
    Volker

  • Hallo Volker,


    das tut mir leid. Also leider doch kein schöner Neuanfang. Eine Trennung ist nie schön. Aber mit Scheidung ist das irgendwie nochmal ein größerer Einschnitt . Vorallem wenn man selber nicht so weit ist (so liest es sich).
    Ich drück die Daumen,dass es dennoch bald ein schöner Neuanfang wird.


    Viele Grüße nach Köln
    Caro

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