Ist Reisen heute noch zeitgemäss

Ist Reisen heute noch zeitgemäß?'


Was soll die Frage: Reisen tut doch jede/r ! Viele teilen sich doch die Zeit so ein, dass die Tage von Urlaub zu Urlaub gezählt wird. Keine Frage!;-Ich möchte euch nur etwas provozieren- und euch für einen Augenblick etwas verunsichern und nachdenklich machen.

In Stakkato-Kurzform: Einige Gedanken,die weiterhin f ü r das Reisen sprechen:

-die meisten Reiseziele,die wir ansteuern sind Momentaufnahmen, psychische Erlebnisse.Es kommt nicht so auf die
Extreme oder Superlative an,sondern auf das Empfinden.

-auch das Nachspüren der Erinnerung an frühere Ferien, um ein verlorenes Gefühl wieder aufzufrischen.

-Reisen ist immer Sehnsucht, nach etwas Undefiniertem, das vermeintlich zum eigenem Glück hilft.

-Reisen ist auch die Chance auf etwas Überraschendem, auf eine Störung im Ablauf,die Freiraum gibt. (Nicht von ungefähr klingt das türkische Wort für Hinternis wie "Engel")

- Kleine Fluchten wird es auch in Zukunft geben, aber gerade nicht bei touristischen Hochburgen,bei durchgetakteten Pauschalreisen

...und was spricht d a g e g e n :

-die Erwartungshaltung, dass Freizeit und Reisen eine Einheit bilden soll.(Soll ich ,wie alle Reisenden mich immer in der Warteschlange einreihen, um die Mona Lisa, das Matterhorn oder Neuschwanstein zu sehen? )

- Massentourismus kam mit der ersten Industrialisierung auf, also eine Form von Dampfmaschinen-Zeitalter ,erschwinglich (Neckermann macht`s möglich") und verdammt preiswert (für wen??) Wir sind aber bereits im postindustriellem Zeitalter, es gibt keine weißen Flecken auf der Landkarte, dafür Cyberbrillen, Video-filme, google earth etc.

-Reisen an immer entlegenen Orten zu den letzten eingeborenen Völkern, unverbrauchten Landschaften. (Brauchen wir da Anschauungsmaterial um uns an der Exotik zu ergötzen? )

-Erholung durchs Reisen finden: Immer mehr Angebote vor Ort (für den gestessten Manager;-)) finden wir unmittelbar vor der Haustüre.Das Motiv dafür weit zu reisen fällt immer mehr weg.

Ach lassen wir`s: Freue mich auf ein paar Meinungen. (mat)

Kommentare 2

  • Nun, es ist wohl wie in allen Bereichen: es kommt auf das „Wie“ an.

    Ich habe seit meinen Jugendjahren einiges dieser schönen Welt sehen und erleben dürfen (nicht nur als Tourist) und möchte nahezu keinen Augenblick missen müssen.

    Reisen ist für mich stets der Input einer Andersartigkeit als Kontrast zu meinem gewohnten Umfeld. Unnötig zu erwähnen, dass ich persönlich hierfür nicht zwangsweise in die Antarktis muss. Vielmehr bewege ich mich aus meinem „Nest“ an Orte, die mich aus verschiedenen Gründen interessieren; der Umkreis bewegt sich je nach Fortbewegung von 50 - 22000 km.

    Ich war und bin ausschliesslich als Individualtourist unterwegs, meide massentouristische Lokalitäten & Modalitäten und verlasse mich ohne Reiseführer tagtäglich auf neue Überraschungen.......vielfaches Eintauchen.

    Letztendlich mündeten einige meiner Ferneisen in längere Arbeitsaufenthalte -> dort arbeiten, wo wenig andere urlauben.

    Reisen ist eine Art Fortbewegung mit der entspannten Möglichkeit, seinen Horizont vielfach erweitern zu können oder schlichtweg eine freudige Unterbrechung des Alltags.

  • Reisen, um die Tourismusbranche am Leben zu erhalten, um Menschen in Arbeit zu halten, so wie bei Pauschalreisen, Kreuzfahrten und anderen Gruppenreisen per Flugzeug oder Bus z.B. wird in absehbarer Zeit hoffentlich der Vergangenheit angehören. Angesagt ist die "Postwachstumsgesellschaft". D.h. weniger ist mehr...In Deutschland ist es für mich immer noch am Schönsten, nachdem ich von der Welt schon Einiges sehen durfte. Gerade hier gibt es noch so viel zu entdecken, womit ich mich selbst doch am Ehesten verbunden fühle, weil es meine Wurzeln sind. Viele kennen heute ihre Heimatleider weniger als ihr Urlaubsziel in fernen Ländern...

    Um mich zu erholen, muss ich nicht ans andere Ende der Welt fliegen. Und wenn ich es dort, wo ich lebe so schrecklich finde, dass ich jedes Jahr (mehrmals) das Bedürfnis habe, weit weg zu wollen, dann sollte ich mich doch mal fragen, warum das so ist und weshalb ich daran noch nichts geändert habe. Ich muss nicht das ganze Jahr dafür arbeiten gehen, um mir diese alljährlich wieder zelebrierte und doch nie endgültig zufriedenstellende Kurzzeit-Flucht finanzieren zu können.

    Ein Umzug in eine Region, die meinen Bedürfnissen nach Freiraum, Bewegung, Entspannung, Naturverbundenheit näher kommt, war da für mich der einfachere Weg und spart mir viel Geld, das ich nun gar nicht mehr verdienen muss....

    Soweit ist es meine Erfahrung. Zeitgemäß finde ich es, zu reflektieren, warum wir was tun, wem das nützt, was ich selbst tatsächlich brauche und was nicht, was mich wirklich glücklich macht :-)

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