Geblitz in einer 30 kmh Zone

Am 19 Juni jetzt gerade waren wir für ca eine Woche in den Urlaub gefahren. Ich habe einen englischen Oldtimer und das Model ist dieses Jahr 80 Jahre alt. Wir wollten deshalb mit ihm im Anhänger nach England fahren. Dort war der Event zum Feiern sehr schön organisiert und wir haben 18 Anderen Autos und ihre Eigentümer kennen gelernt.


Zurück Zuhause hatte ich Post bekommen. An dem Tag als wir losgefahren sind, kaum 10km schon unterwegs waren wir in einer 30kmh Zone geblitzt worden. Mit 5% Toleranz für die Messung bei 44 kmh, muss ich innerhalb einer Woche 30€ Bußgeld überweisen. Frau Dingsbums war als Zeuge eingetragen.


Ich bin gerade verrentet und werde hoffentlich nicht so viel Fahren wie in Berufsleben. In den letzten 15 Jahren bin ich zwischen 40 und 50.000 km im Jahr gefahren. Während dieses Zeitraums war ich lediglich zweimal geblitzt worden, beides mal nur knapp über der Tempogrenze und, so wie ich mich erinnere hat es beziehungsweise 10 oder €15 gekostet. Also, was ich sagen möchte ist, dass diese Beweiß genug zu zeigen ist, dass mein Fahrstil eher Gesetzkonform ist.


Ich war etwas überrascht, dass hier eine 30 Zone überhaupt gibt. Ich bin sehr oft durch diesem Dorf gefahren und habe nie eine 30 Zone da bemerkt. Der nächste Tag bin ich absichtlich hin und ja, der nagelneue 30 kmh Schild steht da. Ich habe ihn einfach übersehen.


Ich frage mich warum in Deutschland, es völlig akzeptabel ist einfach einen Schild zu montieren und erwarten, dass die Strassenverkehr dieses Hinweis immer sofort notieren und gehorchen. In anderen europäischen Ländern gibt es oft zusätzlichen Maßnahmen z.B blinkenden Schilder oder gelb oder rote Streifen auf der Fahrbahn als ordentliche Warnung. Oft ist der Tempo von 30 oder 50 je nach dem, auch in weiß auf der Fahrbahn selbst wiederholt. In anderen Worten, der Fahrer bekommt eindeutige Informationen, dass hier etwas besonders zu beachten ist. Natürlich ist ein Straßenschild der alle billigste Option und juristisch gesehen reicht es um eine Strafe vorzuliegen.


Aber ist solche Praxis wenn es hauptsächlich über Sicherheit gibt, vernünftig? Gibt es etwas in der deutschen Mentalität, dass nur auf dem Gefahr einer möglichen Geldstrafe, wenn man nicht 100% aufpasst, würde man als Fahrer richtig benehmen? Haben nicht die Straßen Behörde auch einen Pflicht die Straßen physikalisch sicherer zu machen durch konkrete Maßnahmen und nicht einfach einen Schild zu errichten, der sehr einfach zu übersehen ist und wenn das geschehen ist, ist lediglich der Fahrer schuld weil er nicht aufgepasst hat? Irgendwie fühle ich mich beleidigt. Nicht, dass 30€ eine Menge zu bezahlen ist, sondern weil ich, nach besten Willen und Erkenntnis, nicht absichtlich den Schild ignoriert habe. Ich kann mich nicht erinnern warum ich ihn nicht bemerkt habe. Vielleicht müsste ich auf einem Fahrradfahrer beim Überholen aufpassen oder auf einem breiten LKW an der Gegenfahrbahn konzentrieren und dadurch mein Blick auf etwas anderes abgelenkt.


Ich habe es oft gelesen, die Vorwurf, dass die Behörden wollen nur Geld kassieren und wenn man ehrlich ist, ist diese Waffe sehr effektiv. Es ist jedoch ein aggressives Mittel. Müssen die Bürgerinnen und Bürger wie böse Schulkinder so behandelt werden?


Ich dachte mir, ich mache mich schlau im Internet um zu sehen ob ich dagegen wehren könnte. Für Strafe bis €30 lohnt es nicht kommt der Hinweis und es ist besser einfach zu bezahlen und hoffe auf besseren Glück das nächste mal. Nur weil sie Behörden sind? Ich muss es auch probieren. Ich schreibe an alle meiner Nachbaren, dass wegen (lass mich mal überlegen mmmmmm ach ja!) ihre laute Musik vor eine Woche könnte ich nicht schlafen und dadurch möchte ich, sagen wir, €20 für die Beschädigung in Anspruch nehmen. Meine Freundin ist Zeuge und es muss innerhalb eine Woche bezahlt werden. Ich werde dann dazu sie informieren, dass es juristisch nicht lohnt gegen zu wehren.


Sonst könnte ein Anwalt für mich prüfen ob irgendeine juristische Fehler existiert. Eventuell war das Messgerät nicht ausreichend kalibriert oder Frau Dingsbums war nicht Beweisbar die ganze Zeit am Platz zu sehen oder oder…..bis doch ein Formfehler gefunden wäre und damit ist der Justiz gerecht fertigt und der Fahrer, der mit 180 kmh unterwegs war, frei gesprochen könnte.


Es muss eine bessere Methode sein.

Kommentare 5

  • Ich halte Dir zugute, dass Deutsch nicht Deine Muttersprache zu sein scheint. Grundsätzlich irrst Du in Drinen Aussagen trotzdem, ich zitiere Dich:


    “...und dies war mein Hauptthema eigentlich, kann man mehr tun als lediglich auf der Aufmerksamkeit, der Gutmutigkeit, der Geduld, der Zuverlässigkeit eines Menschen durch der Anbringung eines billigen Schildes anweisen...“


    Im Bereich der BRD gilt die StVo. Du als Autofahrer hast die Verpflichtung, Dich bei Führung eines PKWs an dieses Regelwerk zu halten. Ich bin mit Sicherheit kein Law&Order-Verfechter. Andererseits von billigen Maßnahmen durch die Verkehrsbehörde und Geduld sowie Gutmütigkeit der Verkehrsteilnehmer zu sprechen, halte ich für einen sinnverfehlten Standpunkt. Wie Du richtig geschrieben hast, geht es um Aufmerksamkeit!

    Eine Autobahn mit einer Strasse vor einem Kindergarten zu vergleichen, ist lächerlich.

    Sollte eine lokal wie zeitlich fixierte Verordnung Deine Fähigkeiten grundsätzlich überfordern, halte ich Dich für ungeeignet, ein KFZ zu lenken.

    Noch ist die Welt kein Konstrukt, das deren Bewohner selbstständiges Denken und Handeln erspart. Die simple Prämisse lautet in allen Bereichen: Du bist verantwortlich für das, was Du tust und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. ;-)

    • Wenn ich mir erlauben kann, Ihr Beiden zu beantworten. Ich hoffe, Ihr entschuldigt die mögliche Formfehler!

    Die Höhe der Summe des Bußgeldes spielt lediglich eine Nebenrolle. Wenn bei solche Verkehrsstoßen eine Wahnsinns Strafe von z.B €2000 oder mehr fällig wäre, umso mehr ist die Möglichkeit, sogar Notwendigkeit einen Widerspruch vorzulegen. Gutes Geschäft lediglich für die juristische Industrie.

    Es ist natürlich wahr, dass der Anhalts Distanz bei 30kmh viel weniger ist als bei 50kmh. Wenn das alleine das Kriterium wäre, würde 30kmh überall auf der Straßen Pflicht, sogar auf die Autobahnen.

    Sicherlich hat die Fahrerin Schuld jedoch lediglich in den Augen der Gesetzgeber. Dieser Kindergarten übrigens in der Nähe der Hauptstraße gibt es seit mindestens 20 Jahre und nur gerade in Juni hat die Gemeinde entschlossen eine 200 m lang 30ige Zone zu schaffen und zwar zwischen 8 und 11:30 Uhr. Also muss man nicht nur auf dem Tacho anschauen sondern auch auf der Uhr. Ich finde die Idee solche Zone völlig in Ordnung - es würde sehr Merkwürdig etwas anders zu denken aber nach wie vor, und dies war mein Hauptthema eigentlich, kann man mehr tun als lediglich auf der Aufmerksamkeit, der Gutmutigkeit, der Geduld, der Zuverlässigkeit eines Menschen durch der Anbringung eines billigen Schildes anweisen. Wenn man wirklich über der Verkehrssicherheit Sorge macht, könnte z.B einen Rondell installieren, eine Chikane bauen oder Warnlichte und und und anbringen. Ein Schild ist die alle billigste Variante und zwar ist da hauptsächlich in unserem immer mehr juristischen geprägten Land die Gemeinde gegen möglichen Anklagen für das Nichtstuern schützen, in der Fall etwas wirklich schrecklich passiert, als für die aktuelle Sicherheit.

    • Die Fahrerin hat nicht nur in den Augen des Gesetzgebers Schuld, sondern auch in meinen!


      Du hast etwas falsch gemacht in meinen Augen und Dein Rumlamentieren finde ich reichlich daneben. Notwendigerweise gibt es Regeln im Straßenverkehr - auch DU solltest Dich dran halten!

  • Da fehlt wohl etwas die Selbstreflexion. Wer hat hier einen Fehler gemacht?

  • Dazu kann ich nur bemerken, dass ein plötzlich über die Strasse laufendes Kind weder durch grell blinkende Lampen, noch durch farbige Strassenmarkierungen oder sonstige Hinweise angekündigt wird.

    Unterschied Bremsweg aus 30 km/h zu Bremsweg 44 km/h?

    Es ist u.a. Aufgabe diverser Behörden, verschiedenste Massnahmen zum Wohle des Bürgers zu treffen.

    In Deinem Beispiel ist es die kognitive Aufgabe des Fahrers, sein Fahrzeug so zu lenken, wie es die StVo vorsieht. Du verstösst dagegen und wirst erwischt, greifen Sanktionen. Ich finde die Geldbussen in Deutschland ohnehin lächerlich niedrig.

    44 km/h statt 30 km/h in einer geschlossenen Ortschaft ist eine Überschreitung von nahezu 50%, da sind € 30 günstig. In jedem anderen Land Westeuropas (ausser Österreich) wärst Du locker im dreistelligen Eurobereich (Besonders Achtung in'CH, I, F, GB).

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