How To Make a Paradise

Wir erträumen uns das Paradies in Echtzeit und digital !



Selten hat mich eine Ausstellung so hineingezogen und nachdenklich gemacht.

Ich war die Tage im Frankfurter Kunstverein zu Besuch. Dort ist gerade

(bis zum 16.August noch)


HOW TO MAKE A PARADISE zu sehen.


Dort stellen z.Z neun Künstler ihre Projekte die sich mit dem menschlichen Wunsch nach digitalem Eskapismus, dem Drang des Menschen mit Hilfe von durch K.I. Technologie unsere Fähigkeiten

zu erweitern und uns schon jetzt in die Zukunft portieren.

Sie nehmen uns mit in Welten,deren Oberflächen unseren Wünschen sich angepasst werden.

Damit die digitalen Werkzeuge auf Fingerwisch oder Händeklatschen

funktionieren, nehmen wir die Infrastruktur von Weltumspannenden Netzwerken, Sattelitten, Unterseekabeln und Serverfarmen mit hohem Energie und Rohstoff-Verbrauch stillschweigend in Kauf.


Die Verheißung : Erweiterte Welterfahrung ohne analoge Last.


Die Materialien d.Künstler: Screen Castings, Programmierung-Codes,

Software Einsatz (graphische Programme


Besucher : betrachten aktiv durch riesige Screens und Datenbrille


Die neun Arbeiten haben jeweils einen eigenen Raum Den Arbeiten gelingt es, mir und auch im politischen Kollektiv gesamt,an der Zukunftsgestaltung zu antizipieren.


Fazit: Der Rückzug in digitale Paradiese ist der eine Pol,die ständige Optimierung der Körperlichkeit der andere.

Aber bei fast allen Arbeiten beschleicht mich ds Gefühl der verzweifelten Einsamkeit. Uns treiben Sehnsucht nach der Perfektion an. Die perfekten

zweidimensionalen Oberflächen spiegeln unser Narzissmus und fordern uns mit immer neuen „Skills“ . Ich werde da stellenweise verführt und tauche mit einem digitalen Leib als künstliche Manifestation meines Selbst

in die gebotene Matrix der digitalen Welt. Immer auf Suche der Selbstvergewisserung durch ein „Like“ der online Communities.

Irgendwie sehr bewustseins erweiternd und eine Auflösung des Selbst ,wie es mir dünkt.


Bis dahin? Wenn ihr wollt, lest meine Anmerkungen zu den Künstlerarbeiten weiter:



  1. Elisabeth Caravella „How To“

    Der Film „How To“ Der Film zeigt die von ihr ausgeführten Software-Befehle und lässt sie uns als Umsetzung der Gestaltung

im Film verfolgen. Zunächst eine Animation eines Graphik-

Programmes. Bald entkleidet ihre Entscheidungshoheit und das

Programm automatisiert sich,ohne Zutun von ihr. Das Geschehe

springt auf einen Illusionsraum. „Wer hat jetzt die Autorenschaft?

Und ich sehe den Kontrollverlust in den künstlichen Realitäten.


    1. FleuryFontaine „I would prefer not to“

      Das Künstlerkollegtiv erstellt ein Portait von Ael, einem jungen Mann aus Südfrankreich ,der als „Hikikomon“ lebt. Der Begriff

      Hikikomon, kommt aus dem japanischem und bezeichnet Menschen,die sich gänzlich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen haben.Sie verlassen ihre Wohnung /Zimmer für Monate und Jahre nicht mehr.Soziale Kontakte pflegt Ael (den gibt`s übrigens real) nur durchs Internet. Durch Fragen an ihn bauen die Künstler seine Welt digital nach und wir sehen

      durch seine Augen seine beschränkte eingepferchte Welt.


      1. Tega Brain,Julian Oliver, Bengt Siölen „ Asunder“

        Die drei Künstler verbinden in ihrer Arbeit Kunst,Ökologie und Ingenieurswesen. Inhalt: Die drei Künstler entwickeln einen auf „K.I.“ gestützten „Umweltmanager“.Die Arbeit besteht aus einem Hochleistungsrechner und einem K.I.gestützten neuronalem Netz. In Live-Bildern der Erde von Satelitten,Topographie,-Bevölkerungs,-und social media Daten

        generiert der „Umweltmanager“ über das Internet immer neue

        Bilder,die als Tryptichon angeordnet werden. Die Visualisierung zeigt aus den Daten Zukunftsszenarien von den ausgewählten Regionen.Es werden Vorschläge gemacht wie eine Optimierung durch Geo-engeneering geplant werden können. Die Frage für mich ist jedoch: Kann ein komplexes System wie unsere Erde von (vereinfachten) Computermodellen gesteuert,b.z.w. Planbar gemacht werden?



Um nicht mit den theoretischen Beschreibungen auszuufern: Guckt euch die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein doch einfach selber an.

Läuft noch bis 16.08.2020

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